Aufbruch

An den Toren bleibt sie noch einmal stehen und blickt zuversichtlich und freudig hinaus in die Welt. Als sie erneut ein mulmiges Gefühl beschleicht, strafft sie tapfer die Schultern. Es ist der richtige Zeitpunkt für einen Aufbruch zu neuen Ufern, zu neuen Zielen. Die nächste Aufgabe hat sie gefunden, ein weiteres Mosaikstück für das Bild ihrer Lebensaufgabe und nun befindet sie sich auf dem Weg dahin.
Manches Mal hat sie Sorge, ihr Ziel nicht zu erreichen, all die Anforderungen nicht erfüllen zu können. Dann lastet alles schwer wie eine Bürde auf ihr. Muss sie sich doch von vielem verabschieden, Altes loslassen… Erkennt man, dass eine Phase zu Ende geht, ist solch ein Vorgang immer mit schmerzhaften Einsichten verbunden. Zugleich kommen aber all ihre Herzenswünsche immer lauter und greifbarer zum Vorschein.
So erkennen auch all die Menschen um sie herum, dass sie einen unangenehmen, aber notwendigen Schritt tut, der auf einer klugen Entscheidung beruht. Von all den Freunden kommen kritische, kluge und klärende Impulse. Damit kommen auch alte, anregende Erinnerungen sowie Themen als auch Menschen aus der Vergangenheit zu ihr. Anfangs empfindet sie all das als Angriff, ist es doch auch mit den schmerzhaften Einsichten verbunden, mit Sehnsüchten und Gefühlen, doch während sie weiter ihren Weg langwandert, versteht sie diese irgendwann als Chance der Klärung. Auch wenn es manchmal schwer lastet, zuviel zu sein scheint, überwindet sie all diese Hürden. Das es wertvolle, bereichernde Impulse sind, auf die sie sich verlassen kann. Bis sie diese nicht ganz verstanden, losgelassen hat, möchte sie wachsam sein in all ihrem Handeln, um nicht in Versuchung zu geraten, etwas zu tun, was sie eigentlich nicht möchte. Infolgedessen erreicht sie ihr Ziel, frei von Gefahren und jeglicher Verbindlichkeit. Das Ziel des Selbstwerdungsprozesses. Flexibel nutzt sie die Zeit, um mit allen Möglichkeiten zu spielen, alles zu testen, bevor sie sich entscheidet. An dem Punkt erkennt sie auch, dass eine Entwicklung in ihrem Leben ein natürliches Ende gefundes hat und sich hinter dem Tor am Ende diesen Weges, das sich ihr grade erst ganz und gar öffnete, spiritueller Reichtum und Fülle sowie Sicherheit befindet. So erkennt sie auch, dass sie den ganzen Weg lang auf ihre Intuition vertraute, dass sie somit den Weg des Herzens beschreitet. Diesen fand sie, da sie ihre Entscheidungen mit Liebe traf, mit voller Bejahung lebte und ging.
Nun betritt sie ein neues Ufer, unsicher und zögerlich setzt sie erst einen Fuss auf das fremde Land mit seinen neuen Herausforderungen. Beginnt sich langsam vorzutasten, sich die Zeit zu nehmen und zugestehen, um aufzutauen und zum neuen Umfeld Vertrauen zu fassen. Da setzt sie mit neu geschöpfter Zuversicht den zweiten Fuss auf das Land mit dem Wissen: „Das kann ich und ich trau mich.

© Christiane Amrita Schmitter, 28.12.2011

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s