Wie der Mala-Beutel entstand

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Vor einigen Monaten fragte mich jemand, ob ich ihm auch eine Mala knoten würde. Eine, die auf ihn persönlich abgestimmt ist. Das ich einerseits viel Zeit für die Materialsuche und -bearbeitung, aber auch nochmal mehr Zeit aus gesundheitlichen Gründen benötige, war zum Glück kein Hindernis. Diese Gelegenheit habe ich voll ausgeschöpft und sehr genossen. Ich habe ein paar Monate gebraucht, um alles, inklusive der Texte fertig zu stellen. Länger als geplant, aber so ist das Leben. Es hat seine eigenen Pläne.

Ich wollte unbedingt einen auf die Mala abgestimmten Beutel anfertigen. Einen, der auch praktikabel ist. Der aber noch weitere mir wichtige Punkte erfüllt. Und davon möchte ich euch heute erzählen.

Den Schnitt betreffend hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits ein vages Bild. Für die Feinheiten schaute ich mir verschiedene Schnittmuster, auch aus anderen Epochen und verschiedenen Kulturen, an. Denn sie wussten, wie man diverse Kleinigkeiten gut und sicher, aber doch schnell griffbereit verstauen konnte.

Nach drei Testläufen mit je einem anderen Schnittmuster, fiel meine Wahl auf einen japanischen Beutel. In einer stark verkleinerten Ausführung. Ausserdem fügte ich noch zwei Fächer für einen Schlüssel sowie Kleingeld hinzu.

Nun konnte ich mich mit dem Stoff beschäftigen. Er sollte leicht, angenehm weich auf der Haut, aber auch stabil sein. Desweiteren sollte er noch folgende Kriterien erfüllen:

Inspiriert durch Mahatma Gandhis Philosophie der Gewaltlosigkeit und dem Respekt gegenüber allen Lebens sollte das Material selbst rein pflanzlich sein, aber auch in der Herstellung das Konzept der Gewaltlosigkeit gegenüber jedem Lebewesen erfüllen. Denn es werden auch bei der Stoffherstellung noch häufig Hilfsmittel aus tierischen Bestandteilen verwendet. Biogene Schmierstoffe für die Maschinen als Beispiel, die aus verschiedenen pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten bestehen können.

Ich wollte also einen Stoff, der „Ahimsa“ ist. Dazu gehört für mich aber auch, dass der Naturstoff aus a) umwelt-, tier- und menschenfreundlicher Produktion kommt, die Rohstoffe dafür aus b) kontrolliert biologischem Anbau stammen und die Produktion c) mindestens zum größten Teil GOTS- oder IVN-BEST-konform erfolgt…

Das war gar nicht so einfach, denn das Angebot ist doch noch sehr überschaubar. Und der Stoff ist dabei noch ungefärbt.

Beim Färben von Textilien werden sehr viele chemische Produkte eingesetzt und auch Gesundheitsrisiken in Kauf genommen. Die enthaltenen Schadstoffe können sich beim Tragen eines Textils von der Faser lösen, in den Körper eindringen und auf diesem Wege allergische Reaktionen oder sogar Krankheiten des Immunsystems hervorrufen.
Dabei wollte ich ihn sehr gerne färben oder gefärbt kaufen. Entsprechend dem, was ich nun ergattern konnte. Nun fand ich beides, gefärbt mit GOTS-konformen Farben und Naturstoff sowie Textilfarben aus nachwachsenden Rohstoffen, die unbedenklich für Tier, Mensch und Natur sind. Weder die Haut beim Tragen der Textilien noch das Abwasser beim waschen wird belastet.

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Auf den Fotos seht ihr zwei Farbtöne, denn der Beutel ist ausserdem auch wendbar. Das bedeutete aber auch, dass ich mich an zwei verschiedene Färbemethoden wagen musste. Denn Indigo wird nur im Topf gefärbt.

Der Beutel ist zudem beidseitig gemustert. Dafür habe ich Textildruckfarbe mit sehr guter Lichtechtheit und guter Reibechtheit nach der ersten Maschinenwäsche verwendet. Öko, nach DIN EN 71, Teil 3 schwermetallfrei. Enthält Mineralpigmente und ansonsten ausschließlich nachwachsende Rohstoffe. Und einen Stempel aus Holz (nach FSC-Kriterien zertifiziert) habe ich ebenfalls erarbeitet, mit dem ich das Muster von Hand aufgestempelt habe. Das war aus gesundheitlichen Gründen eine grosse Herausforderung, aber zum Glück kann man ja auch kleine Stempel nutzen. Ggf. kann man aber auch bestimmt welche anfertigen lassen.

Das Nähgarn ist aus Bio-Baumwolle und erfüllt ebenso alle Kriterien wie oben beschrieben.

Da ich keine Nähmaschine habe, borgte ich mir eine ab und an aus. Entsprechend der mir zur Verfügung stehenden Zeit und allgemeiner Fortschritte. Nachdem dem der erste Prototyp mich zufrieden stellte, machte ich mich an den ersten Mala-Beutel.

Mehr Details zur Anwendung und weitere Fotos gibt es ein anderes Mal.

Weitere Infos: http://wiki.yoga-vidya.de/Ahimsa

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