Sokrates, der Talmud und das Dhammapada – oder- In welcher Welt willst du leben?

‚Sokrates wusste um die Macht der Kommunikation. Deswegen legte er sich und seinen Schülern drei Siebe auf, die jeder Satz passieren sollte, bevor er geäußert wurde. In welcher Welt würden wir leben, wenn wir alle uns zuerst diese drei Fragen stellen würden?‘ Was finden wir ausserdem im Talmud und im Dhaqmmapada, einer der wichtigsten buddhisten Schriften, dazu?

‚Die drei Siebe des Sokrates

Eines Tages kam Kritias zu Sokrates. Aufgeregt rief er: „Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie ein Freund …“

„Halt ein!“, unterbrach ihn der Weise, „lass sehen, ob das, was du erzählen willst, durch die drei Siebe geht.“

„Drei Siebe?“, fragte Kritias voll Verwunderung.

„Ja, mein Freund, drei Siebe! Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das, was du mir erzählen willst, wahr?“

„Nun, ich weiß nicht, ich hörte es erzählen, und …“

„Aber vielleicht hast du es im zweiten Sieb geprüft, dem Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, wenigstens gut?“

Zögernd sagte Kritias: „Nein, das nicht, im Gegenteil …“

„Dann,“ unterbrach ihn der Weise, „lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden: Ist es notwendig, mir zu erzählen, was dich so erregt?“

„Notwendig nun gerade nicht…“

„Also,“ lächelte Sokrates, „wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst weder wahr noch gut nochnotwendig ist, dann lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“‘

Quelle: Apologie des Sokrates: Griechisch/Deutsch Taschenbuch von 1986, herausgegeben und übersetzt von Manfred Fuhrmann, Autor: Platon

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‚Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.‘

Quelle: Talmud, weitere Informationen u.a. hier: http://www.talmud.de/tlmd/

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Von der Entscheidung

1 Wir sind das, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich und handle mit unreiner Gesinnung
Und Leid wird dir folgen
Wie das Rad dem Ochsen folgt,
der einen Wagen zieht.

2 Wir sind das, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich und handle mit reiner Gesinnung
Und Glück wird dir folgen
Wie dein unteilbarer Schatten.

3 „Schau doch, wie er mich misshandelte und verletzte,
Wie er mich niederschlug und ausraubte.“
Lebe mit solchen Gedanken und du wirst den Ärger nie beenden.

4 „Schau doch, wie er mich misshandelte und verletzte,
Wie er mich niederschlug und ausraubte.“
Meide solchen Gedanken
und du wirst das Ärgernis beenden.

5 In dieser Welt hat
Hass noch niemals Hass aufgelöst.
Nur Liebe löst den Hass.
Dies ist das Gesetz,
Uralt und unerschöpflich.

6 Andere mögen nicht verstehen,
dass wir Selbst- Kontrolle praktizieren,
Aber Ärgernisse sterben in jenen weg,
die diese Tatsache kennen?

7 Wie leicht bricht der Wind einen schwachen Baum.
Die Versuchung leitet den
leichtsinnigen und unsicheren Mann,
der die attraktiven Seiten der Dinge liebt,
Unkontrolliert bei seinen Sinnen, unmäßig beim Essen.

8 Der Wind kann keinen Berg umwerfen.
Versuchung kann einen Mann nicht rühren
Der wach, stark und bescheiden ist,
Der sein eigener Herr ist und das Gesetz beachtet.

9 Sind die Gedanken eines Menschen schmutzig,
Ist er rücksichtslos und voller Täuschung,
Wie kann er die gelbe Robe tragen?

10 Wer immer sein eigener Herr ist,
Hell, klar und wahrhaft,
Er darf wirklich die gelbe Robe tragen.

11 Das Falsche für das Wahre halten
Und das Wahre als Falsches betrachten,
So siehst du über das Wesentliche hinweg
Und bist auf dem falschen Weg.

12 Das Falsche für falsch zu halten
Und das Wahre für wahr betrachten,
Das ist der Weg zum Wesentlichen
und der rechte Weg.

13 Wie Regen ein Haus mit schwachem Dach durchflutet,

So brechen Sehnsüchte in den Geist ein,
Der keine Meditation praktiziert.

14 Und sowie kein Regen in ein Haus
mit starkem Dach eindringen kann,
So können keine Begierden in einen Geist einbrechen,
der gute Meditation praktiziert.

15 Wer unreinen Gedanken folgt,
Leidet in dieser und der nächsten Welt.
In beiden Welten leidet er
Und besonders dann,
Wenn er das Falsche sieht, das er getan hat.

16 Aber derjenige, der dem Gesetz folgt
ist glücklich hier und glücklich dort
In beiden Welten ist er voller Freude
Und besonders dann,
Wenn er das Gute sieht, das er getan hat.

17 In beiden Welten wird er bestraft.
Der Falsch- Handelnde wird doppelt gestraft.
Er wird durch den Gedanken
„Ich habe Böses getan“ bestraft
Und noch mehr wenn er zum bösen Ende kommt.

18 In beiden Welten ist er glücklich.
Der Gut- Handelnde wird doppelt belohnt.
Er wird durch den Gedanken
„Ich habe Gutes getan“ belohnt
Und noch mehr wenn er zum guten Ende kommt.

19 Jedoch, so viele heilige Worte du auch liest,
So viele du auch sprichst,
Was sollen sie Gutes bewirken,
Wenn du nicht nach ihnen handelst?
Bist du ein Schafhirte,
Der die Schafe eines Anderen zählt,
Ohne am vollendeten Leben teilzunehmen?

20 Lies nur ein paar Worte, wenn du willst
Und sprich noch weniger,
Aber handle nach den Gesetzen der Lehre,
Gib die alten Wege der
Leidenschaft, Feindschaft und Täuschung auf
Und gewinne Einsicht und einen freien Geist,
Der an Nichts in dieser oder
der nächsten Welt gebunden ist.
Dann wirst du am vollendeten Leben teilnehmen!

Quelle: Dhammapada, ‚Zur Wahl‘

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